Der Autor Robert Asam besuchte am Freitag, 20.März unsere Bibliothek, um den Zuhörern das Thema Vietnam und zugleich auch ein Stück Geschichte näherzubringen. In der informativen und spannenden Stunde konnten die zahlreichen Zuhörer (ca 15) einen Einblick in die Reisen des Autors gewinnen. Sehr beeindruckt hat die Botschaft der Vietnamesen, dass man nicht vergessen, aber sehr wohl verzeihen muss. Man muss bedenken, an welchen Spätfolgen des Krieges sie heute noch leiden müssen. Das Zitat des Professors und Reiseführers Luong Van Hong "Ihr habt eine Uhr und ich habe Zeit" ist besonders in den Köpfen der Zuhörer gelieben. Dankeschön!
ROBERT ASAM (geb. 1953) war bis Herbst 2012
Berufsjournalist, zuletzt Chefredakteur beim öffentlich-rechtlichen Sender Rai
Südtirol. Er lebt und arbeitet als freier Autor in seiner Heimatstadt Meran. Zu
seinen bevorzugten Reisegebieten gehören Südostasien und vor allem Vietnam, das
er zuletzt 2013 besucht hat.
www.robert-asam.com
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Freitag, 20.03.2015
Bibliothek Mals
20 h
Wer Vietnam
besucht, entdeckt ein Land voller Gegensätze. Der Wasserbüffel im Reisfeld gehört
ebenso zum Alltag wie der Porsche Cayenne im Verkehrsgewühl von Hanoi. Vietnam
träumt den Traum vom Tigerstaat und bespricht sich mit den Ahnen, damit das
Unterfangen gelingen möge. Von den altbekannten Agitprop-Plakaten grüßt noch
immer ein gütiger Onkel Ho, aber die Stadtjugend zieht Bill Gates vor. Erstmals
wächst in Vietnam eine Generation heran, die keinen Krieg erlebt hat und auch
nicht ständig daran erinnert werden will. Die USA, der Feind von einst, ist zum
wichtigsten Handelspartner Vietnams geworden. Längst ist der US-Dollar eine
Parallelwährung zum Dong und Coca Cola eine ernsthafte Konkurrenz zum Grünen
Tee. Das Land hat sich geöffnet und sucht seinen Weg zwischen freier
Marktwirtschaft und autoritärem Einparteiensystem. Ein Drahtseilakt, den die
Reisebilder und Reportagen dieses Buches veranschaulichen wollen. Sie führen an
Orte abseits der üblichen Reiserouten und erzählen von Menschen, die für das
traditionelle Vietnam ebenso stehen, wie für das Land, das versucht, die vielen
verlorenen Jahre wettzumachen. Solchen Menschen begegnete ich zum Beispiel im
Dorf der Freundschaft nahe Hanoi. Hier wohnen Kinder, Jugendliche, Alte, die
ein gemeinsames Schicksal verbindet: Sie leiden an den Spätfolgen von Agent
Orange. Das Dorf der Freundschaft ist ein Friedensprojekt. Dort wird für ein
menschenwürdiges Leben und etwas Gerechtigkeit gekämpft. Dieser Kampf dauert
an, obwohl der Krieg seit knapp 40 Jahren beendet ist.

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